Sonntag, 17. Juni 2012

Noch eine Reiseempfehlung: Das Camp Bossa Nova, 5 Kilometer vor Nuweiba am Roten Meer, wurde erst im vergangenen Jahr von Hossam übernommen, zuvor hieß es Abu Begin. Hossam ist Musiker aus Kairo, der seine Arbeit in einer Bank für das Camp an den Nagel gehängt hat. Er habe sorgfältig gewählt, erzählt er, ist die Küste sieben-, achtmal hoch- und runtergelaufen, hat jedes Camp mehrmals besucht und ist sich mit dem beduinischen Besitzer schließlich einig geworden. Wie ganz Ägypten leidet auch er an dem massiven Einbruch des Tourismus seit der Revolution. Nichtsdestotrotz hofft er weiter auf ein demokratisches Ägypten – auch wenn's derzeit nicht wirklich danach aussieht...
Das Camp hat eine Blogseite, Hossams Telefonnummer ist +2012450724, Mail: info@bossanovacamp.com. Ich habe für 3 Nächte in meiner kleinen Hütte inklusive Frühstück und Abendessen (alles mächtig lecker und reichlich) sowie diverse Getränke, vor allem Wasser 450 ägyptische Pfund gezahlt.

Der erste Eindruck.
Camp vom Meer aus.

Blick aus meiner Hütte









Cafeteria

Frühstück


Waschraum



Hossam.


29.069074, 34.669459 auf einer größeren Karte anzeigen

Samstag, 16. Juni 2012

Am Strand.

Lümmelplatz direkt am Wasser, Blick auf die Cafeteria.

Spaziergang gen Süden.

Das übliche Müllproblem.

wieder keine Unterwasserkamera dabei. aber zum Glück fand sich noch ein totes Stück Koralle am Strand


Insektenvernichter - bei den Ägyptern wegen eines
Aberglaubens leider gar nicht beliebt...

...dabei sind die Tierchen nicht nur niedlich, sondern nützlich,
wenn man von Mücken geplagt wird - und das wird man hier!


Freitag, 15. Juni 2012

Warum also, wo ich doch so häufig über den Wahlkampf berichtet habe, habe ich noch kein Wort zum Ergebnis verloren. Die Wahrheit ist: Ich stehe unter Schock.
Im vergangenen Jahr habe ich mitgezittert, Revolutionsluft geschnuppert, über vergossenes Blut den Kopf geschüttelt, Tränengas gerochen, versucht Sinn aus allem zu machen. In diesem Jahr wurde ich von Tag zu Tag pessimistischer, ohne wirklich zu wissen warum. Nichts schien voranzugehen, Leute starben immer noch auf der Straße, wurde wegen unsinniger Gründe vor Gericht zitiert oder eingesperrt, alte Figuren tauchten wieder im Vordergrund auf, neue, denen ich nicht mit weniger Skepsis begegnen konnte, wurden populär.
Und dann dieses Ergebnis. Der letzte Mubarak-Premier und der aus dem Hut gezauberte Muslimbruder, die gemeinsam kaum mehr Stimmen bekamen als die beiden Kandidaten, die von meinen liberalen Freunden gewählt wurden. Bis gestern dann noch die leise, eher verzweifelte Hoffnung, dass der Felul per Gesetz vor der Stichwahl disqualifiziert wird. Stattdessen entschied das Verfassungsgericht, dass ein Teil des Parlaments nicht der Verfassung entspricht und deshalb neu gewählt werden muss. Und die Versammlung, die die neue Verfassung schreiben soll, ist noch immer nicht zusammengetreten.
Im vergangenen März war mir nicht wirklich klar, was dieses Ja zum Verfassungsreferendum bedeutete. Jetzt, nach allen Geschehnissen, die in meinem hoffnungsvollen Gemüt heilloses Durcheinander anrichteten, scheint alles nur zu einem Schluss zu führen. Es hat sich nichts geändert und es wird sich nichts ändern. Die Propaganda-Maschine läuft und sie steht im Dienst der Konterrevolution. Die alten Hände ziehen die Strippen, die jungen sind müde, verzweifelt oder tot. Die Revolution war eine Illusion.
Wenn auch vielleicht nicht ausschließlich. Ich erinnere mich an den Schwung, die Energie in diesen Wochen nach den 18 Tage im Januar und Februar 2011. Werde aber auch nie vergessen, wie mir fast die Kaffeetasse aus der Hand gefallen ist, als aus dem Radio der Satz drang „In Ägypten hat das Militär die Macht übernommen“. Und denke mir heute, dass dieser Satz völliger Nonsens war. Weil nämlich die Macht immer beim Militär lag. Alle drei Präsidenten waren Offiziere. Und Männerbünde brechen selten, heißen sie nun Mafia oder Militär, solange nur Macht und Privilegien nicht angetastet werden.
Und ich schulde diesem Blog noch immer einen Beitrag zum ägyptischen Militär.
Ich habe so viel gelernt im vergangenen Jahr, verstehe noch immer so vieles nicht. Hatte mit so heißem Herzen gehofft und geglaubt und sogar gestritten und war doch einfach nur naiv. Jetzt fügen sich die Puzzleteile zusammen. Das Bild ist ein anderes als meine rosigen Prognosen von vor einem Jahr. Es zeigt: Ein Anfang ist gemacht. Aber der Weg dahinter ist lang, verschlungen und birgt diverse Stolpersteine.

Über Saudi-Arabien geht die Sonne auf.










Samstag, 9. Juni 2012

Freitag, 18. Mai 2012

Lieblingsbahnstrecke Koblenz - Bingen. Langsamer, billiger, schöner. Ich hoffe, das fällt nicht auch über kurz oder lang dem Shareholder-Value zum Opfer...








Mittwoch, 16. Mai 2012

Und dank der hochpolitischen Graffiti-Szene in Kairo wurde mein erster Vortrag auf einer Konferenz ein wirklich guter. Denn wie wir alle wissen - nicht nur der Inhalt soll gut sein, auch die Verpackung muss locken: